„Antisemitischer“ deutscher Lehrer gab sich als Jude aus, um antiisraelische Ziele zu unterstützen

Die Tatsache, dass Lehrer Christoph Glanz sich „als Jude ausgegeben hat, zeigt, dass er sich seinen antisemitischen Zielen auf fanatische Art widmet“, sagt der Chef-Nazijäger des Simon Wiesenthal Centers.

(Aus dem englischen Text von BENJAMIN WEINTHAL, Jerusalem Post, 10.10.2016)
http://www.jpost.com/Diaspora/Antisemitic-German-teacher-posed-as-a-Jew-to-push-anti-Israel-agenda-469858

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Pro-BDS-Demonstration in Berlin. (photo credit:REUTERS)

Ein Lehrer im deutschen Bundesland Niedersachsen, der einen vollständigen Boykott Israels befürwortet, hat sich als Jude ausgegeben, um eine Petition zu unterzeichnen, die dazu aufruft, dass alle palästinensischen Flüchtlinge in den jüdischen Staat zurückgeschickt werden sollen.

Die Online-Petition mit dem Titel „Juden für palästinensisches Recht auf Rückkehr“, wurde von der Jerusalem Post am Samstagabend entdeckt. Das antiisraelische-Dokument von 2013 behauptet auch, „das zionistische Regime leugnet offiziell die Nakba, das ethische Äquivalent der Holocaust-Leugnung.“

Von Jerusalem aus sagte Efraim Zuroff, Chef-Nazijäger des Simon Wiesenthal Centers, der Jerusalem Post am Montag, dass die Tatsache, dass der Lehrer Christoph Glanz sich als Jude ausgegeben habe „zeigt, dass er sich seinen antisemitischen Zielen auf fanatische Art widmet.“

Zuroff fuhr fort: „Es ist absolut heimtückisch“, dass Glanz seine Identität gefälscht habe, um den „Hass auf Israel“ zu fördern.

Gegen den Lehrer läuft im Moment eine Untersuchung der Niedersächsischen Schulbehörden wegen vermutetem Antisemitismus und der Verletzung der politischen Neutralität im öffentlichen Dienst.

Mehrere Presseanfragen an Glanz, sowohl über seine Schule IGS Flötenteich in der norddeutschen Stadt Oldenburg, wie auch an seine E-Mail-Adressen, wurden nicht beantwortet.

Neben der Unterzeichnung der anti-israelischen Petition im Abschnitt für Juden, fügte Glanz seinen Namen auch im Abschnitt für „Verbündete“ hinzu. Die Petition wurde von einem who-is-who an Extremisten unterzeichnet, die sich gegen den jüdischen Staat wenden.

Palästinensische Offizielle und Anti-Israel-Aktivisten geben an, dass die Zahl der palästinensischen Flüchtlinge sieben Millionen übersteige. Israel argumentiert, dass eine millionenfache Rückkehr von Palästinensern und ihren Nachkommen eine existenzielle Frage der Sicherheit sei, die den jüdischen Staat auslöschen würde.

Glanz legte sich eine zweite Fake-Identität zu, um die gegen Israel gerichtete BDS-Organisation zu unterstützen. Er verwendet den Fake-Namen Christopher Ben Kushka, um Boykott-Aufrufe in ganz Deutschland und den den sozialen Medien zu verbreiten. Im November 2015 hielt er eine Pro-Boykott-Rede in einem städtischen geförderten Kulturzentrum in München unter dem Pseudonym Christopher Ben Kushka.

Die jüdische Gemeinde in Oldenburg gibt an, Glanz nutze den jüdischen klingenden Name Ben Kushka, um sich vom Vorwurf des Antisemitismus zu schützen.

In einem Artikel der im September auf einer anti-zionistischen US-Website veröffentlicht wurde, in der Glanz einen BDS-Artikel geschrieben hatte, hieß es, er hätte „das Pseudonym Christopher Ben Kushka angenommen, um es ihm auch weiterhin zu ermöglichen Palästina zu besuchen.“

Die hebräisch-sprachige Tageszeitung Israel Hayom veröffentlichte ein Interview mit Michaela Engelmeier, einer bekannten Sozialdemokratin im Bundestag, dem deutschen Parlament, die der Jerusalem Post zuvor gesagt hatte, Glanz sei ein „Rassist und Antisemit.“

Israel Hayom berichtete auch über Glanz‘ Kommentar, man solle Israel abbrechen und den jüdischen Staat in das südwestliche deutsche Bundesland Baden-Württemberg verlagern.

Engelmaier, die sich zur Zeit in Israel befindet, sagte Israel Hayom: „Sie wissen nicht, mit wem sie es zu tun haben. Kein Antisemit oder Nazi wird mich zum Schweigen bringen. Die Angriffe gegen mich ermutigen mich nur und beweisen mir, wie wichtig meine Mission ist. “

Glanz sagte einer pro-palästinensischen Webseite, der Vorwurf des Antisemitismus gegen ihn sei „absurd“.

Die Jerusalem Post berichtete erst im September von Glanz‘ offensichtlicher Billigung der Auslöschung Israels und einer Umsiedlung der Juden nach Deutschland.

Bianca Schöneich, eine Sprecherin der staatlichen Schulbehörden, sagte gegenüber der Post, dass die Untersuchung in Bezug auf Glanz andauere.

Für das Phänomen anti-israelischer Deutscher, die vortäuschen Juden zu sein, um Israel in ein schlechtes Licht zu rücken, gibt es Präzedenzfälle.

Im Jahr 2010 sagte Edith Lutz, eine nicht-jüdische Deutsche, der die israelische Seeblockade des Gazastreifens an Bord des Katamarans Irene zu durchbrechen versuchte, sie sei zum Judentum konvertiert. Deutsche Medienberichte deckten auf, dass sie nicht zum Judentum konvertiert war, aber die Irene wurde das „jüdische Boot“ genannt und so errang es große Medien-Aufmerksamkeit wegen der Anwesenheit einer kleinen Anzahl von Juden an Bord.

Im Jahr 2012 musste eine nichtjüdische deutsche Dichterin und Anti-Israelische-Aktivistin zugeben, dass sie ihren angeblichen Dienst in den israelischen Streitkräften während des ersten Libanonkrieg frei erfunden hatte.

„Ich sagte, ich wäre in der IDF gewesen“, aber „es war eine Lüge,“ sagte Irena Wachendorff, 51, sagte der Jerusalem Post. Sie hatte entschlossene Pro-Israel-Aktivisten als „die Neonazi-Truppe unter den Juden“ bezeichnet, und erklärte ihre Unterstützung für die Hamas im Gazastreifen.

Jennifer Pyka, eine deutsche Investigativ-Journalistin in München, fand Beweise, die Wachendorffs angeblicher jüdischen Identität widersprachen.

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