Was wollen die Palästinenser von Israel?

(Aus dem Englischen von Alwyn Lau, Malay Mail Online, Malaysia)

http://www.themalaymailonline.com/opinion/alwyn-lau/article/what-do-palestinians-want-from-israel#hsRm7giOqBfLdwQF.97

Alwyn Lau

25. DEZEMBER 2017 – Die Entscheidung der Vereinten Nationen, sich letzte Woche von Präsident Donald Trumps Anerkennung Jerusalems loszusagen, war zumindest vorhersehbar (trotz Trumps Drohung, die internationale Hilfe für Abweichler einzufrieren, siehe Anmerkung 1).

Der verstorbene israelische Diplomat Abba Eban sagte einmal über die Generalversammlung der Vereinten Nationen: „Wenn Algerien eine Resolution aufstellen würde, die erklärte, dass die Erde flach sei und dass Israel sie plattgedrückt hätte, würde diese mit 164 zu 13 Stimmen bei 26 Enthaltungen durchgehen.“

Eban erkannte mit schmerzlicher Klarheit das Muster der UN-Abstimmungen über jede Entscheidung, die Israel in ein schlechtes Licht rückt.

Resolution-de

Was mir auffiel, war die Ironie einer Resolution, in der erklärt wird, dass Jerusalem, die Heilige Stadt, „eine endgültige Statusfrage ist, die durch Verhandlungen im Einklang mit den einschlägigen UN-Resolutionen gelöst werden muss.“

Es braucht allerdings keinen Geschichtswissenschaftler, um die Tatsache zu bestätigen, dass es die Palästinenser sind, die sich entschieden geweigert haben, mit Israel über Land-für-Frieden-Lösungen zu verhandeln.

Den Palästinensern wurden seit Beginn der Krise vor mehr als acht Jahrzehnten zahlreiche Abmachungen (und sogar staatliche Unabhängigkeit) angeboten, die sie jedoch alle abgelehnt haben:

  1. 1937 2-Staaten-Lösung der Peel-Kommission – Ablehnung durch die Palästinenser
  2. 1947 UN-Teilungsplan – Ablehnung durch die Palästinenser, beginnen einen Krieg
  3. 1967 Sechstagekrieg – Israel hat den Krieg gewonnen, war aber bereit, Land für den Frieden zu tauschen; Ablehnung durch die Palästinenser
  4. 2000 Camp David – Der israelische Premierminister Ehud Barak macht Yassir Arafat ein Angebot, das selbst Israelis schockierte, aber Arafat verließ die Verhandlungen ohne Gegenvorschlag
  5. 2008 – Der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, lehnt das letzte Angebot des israelischen Premierministers Ehud Olmert ab

Aber zurück nach Jerusalem.

Die israelische Eroberung Ost-Jerusalems erfolgte 1967 in einem Selbstverteidigungskrieg gegen etwa ein halbes Dutzend arabischer Nationen, die darauf aus waren, Israel von der Landkarte zu streichen.

Moshe Dayan, der israelische General, der weitgehend für den Sieg im 6-Tage-Krieg verantwortlich war, wartete auf einen Anruf von König Hussein von Jordanien (siehe Anmerkung 2), um über einen Landaustausch für den Frieden zu sprechen – aber der Anruf erfolgte nie.

Am 19. Juni 1967 (neun Tage nach Kriegsende) bot Israel Ägypten und Syrien sowohl die Sinai-Halbinsel wie auch die Golanhöhen als Gegenleistung für Frieden an – aber die beiden arabischen Nationen lehnten ab.

Um es nochmal zu wiederholen: Die arabischen Nationen wollten Israel zerstören, Israel gewann den Krieg, Israel bot Frieden an, die Araber sagten Nein. Machen Sie sich das einmal klar.

Eine weitere, wenig bekannte Tatsache ist, dass Israel unmittelbar nach dem Triumph der Resolution 242 des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen zustimmte, die die erste Resolution in der Geschichte war, die erforderte, dass eine Nation die in einem Verteidigungskrieg gewonnenen Gebiete zurückgibt.

Es ist entscheidend, dass 242 nicht verlangt, dass Israel alle eroberten Gebiete zurückgibt, da sie anerkennt, dass einige Gebiete für Israel zur Sicherung seiner Grenzen notwendig sind.

Darüber hinaus erklärt die Resolution von 1967, dass Israel „das Recht gewährt werden muss, in Frieden zu leben, in sicheren und anerkannten Grenzen frei von Bedrohungen oder Gewaltakten“.

Aber wie haben die Araber auf Resolution 242 reagiert?

In der Khartum-Resolution vom September 1967 beschlossen die arabischen Nationen die Erklärung der drei Neins: „Kein Frieden mit Israel, keine Verhandlungen mit Israel, keine Anerkennung Israels.“

Die Palästinenser reagierten ihrerseits mit einer Revision der palästinensischen Charta, deren Artikel 19 die Staatsgründung Israels als illegal erklärt.

Lassen Sie uns das noch einmal wiederholen: Die Araber haben einen Krieg begonnen um Israel auszurotten, Israel hat gewonnen, Israel hat Frieden angeboten und die UN-Resolution 242 akzeptiert, aber die Araber haben den Frieden abgelehnt und Israel stattdessen für illegal erklärt (in direkter Verletzung von 242).

Deshalb ist es interessant, Leute zu fragen, die Israel minütlich verurteilen: Welchen Vorschlag sollte Israel den Palästinensern ihrer Meinung nach anbieten? Oder: was wollen die Palästinenser wirklich?

Zu Ihrer Information: im Jahr 2000 schockte der israelische Premierminister Ehud Barak auf dem Camp-David-Gipfel in den USA alle, indem er den Palästinensern praktisch den Himmel anbot.

Baraks Angebot umfasste einen Staat mit seiner Hauptstadt in Jerusalem (Anmerkung 3), die Kontrolle über den Tempelberg, eine Rückgabe von fast 95 Prozent des Westjordanlandes und des Gazastreifens und ein Ausgleichspaket für die Flüchtlinge von 1948 in Höhe von 30 Milliarden US-Dollar. Aber Arafat verließ die Verhandlungen, ohne Gegenvorschläge zu machen.

Meine Gespräche mit Menschen, die Palästina unterstützen, liefern in der Regel unspezifische Antworten. Es scheint so, als wäre die einzige präzise „Forderung“, die ihre Vorstellungen von Gerechtigkeit befriedigen würde, dass Israel den Palästinensern ALLES Land zurückgeben sollte.

Anders ausgedrückt: die einzige Lösung auf dem Tisch wäre, dass Israel aufhören würde, als Staat in Palästina zu existieren.

Auch diese Antwort ist doppelt bizarr, nicht nur wegen des Mangels an Realismus, sondern auch wegen ihrer hundertprozentigen Übereinstimmung mit den Hamas-Statuten und den palästinensischen Chartas.

Fazit: Die Palästinenser wollen keinen Frieden mit Israel. Sie wollen, dass Israel verschwindet. Wenn das tatsächlich das einzige Ergebnis ist, das die Palästinenser akzeptieren werden, ist es dann überraschend, dass sie sich in ihrem gegenwärtigen Zustand befinden?

Anmerkung 1: Die Worte, die wir gebrauchen, spiegeln unsere tiefen Vorurteile wider. Wenn Trump droht, Hilfsgelder für Länder, die gegen ihn stimmen, einzufrieren, nennen wir es „Erpressung“; wenn die Hamas kontinuierlich Raketen gegen israelische Bürger abfeuert, es sei denn Israel unterwirft sich ihren Forderungen, nennen wir es „Widerstand“.

Anmerkung 2: Viele Menschen ignorieren die Tatsache, dass Israel 1967 kein Gebiet von „den Palästinensern“ erobert hat; Es eroberte Gebiet von Ägypten (Gaza-Streifen) und Jordanien (das Westjordanland, das Ost-Jerusalem einschließt). Aber wie kam es, dass es Jordanien war und nicht „Palästina“, das 1967 das Westjordanland hielt? Weil Jordanien den palästinensischen Teil des UN-Teilungsplans von 1947 im Krieg von 1948 eroberte, in dem Ägypten, Syrien, Jordanien, der Irak und Libanon (mit Hilfe von Saudi-Arabien, Jemen und Libyen) versuchten – alle zusammen – Israel von der Landkarte zu fegen.

Anmerkung 3: Angesichts der jüngsten Jerusalem-Erklärung von Trump kann man die Bedeutung dieses Teils von Baraks Angebot nur schwer übersehen: Die Palästinenser hätten im Jahr 2000 Ost-Jerusalem als Hauptstadt haben können, doch Arafat lehnte dies ab. Denken Sie darüber nach.

* Dies ist die persönliche Meinung des Kolumnisten.

(Anmerkung des Übersetzers: „Palästinenser“ als Alleinbezeichnung für palästinensische Araber gibt es erst seit den 1960er Jahren, so dass bei Sätzen wie „Ablehnung durch die Palästinenser“ vor ca. 1968 eigentlich von „Arabern“ die Rede sein müsste. Um den Originaltext nicht zu verfälschen, wurde es dennoch so belassen.)

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